Über diesen Entwurf
Entwurf: Charles und Ray Eames, 1950
Charles und Ray Eames suchten in den 1940er-Jahren nach einer einteiligen, dem Körper angepassten Sitzschale. Versuche mit Schichtholz und Aluminiumblech scheiterten an Kosten und Fertigung. 1948 reichten sie einen Entwurf mit glasfaserverstärktem Polyesterharz beim Wettbewerb für kostengünstige Möbel des Museum of Modern Art in New York ein; ab 1950 ging die Schale in Serie und wurde zu einem der ersten industriell in großer Stückzahl gefertigten Kunststoffstühle. Prägend ist bis heute das Baukastenprinzip: dieselbe Sitzschale wird mit unterschiedlichen Untergestellen kombiniert und dadurch vom Konferenzstuhl zum Loungesessel.
Diese Bauart: DSW
- DSW – Tischhöhe, ohne Armlehnen, Massivholzbeine
- Maße: 46,5 × 55 × 83 cm
- Sitzhöhe: 43 cm
Was die Kürzel bedeuten
Die Buchstaben benennen die Bauart: der erste die Höhe (D = Dining, Tisch- und Konferenzhöhe; L = Lounge, niedrig; R = Rocking, Schaukelkufen), der zweite die Schale (S = Side Chair ohne Armlehnen, A = Armchair mit Armlehnen), der dritte das Untergestell (R = Rod, Drahtgestell; W = Wood, Holzbeine; X = stapelbares X-Gestell). DSR heißt also: Tischhöhe, ohne Armlehnen, Drahtgestell.
Material
Durchgefärbte Sitzschale aus Polypropylen, Untergestelle aus verchromtem oder pulverbeschichtetem Stahldraht oder aus Massivholz. Optional mit Sitzpolster.
Gut zu wissen
- Gleiche Sitzschale auf verschiedenen Gestellen - Konferenz- und Loungezone lassen sich einheitlich bestuhlen
- Das Drahtgestell heißt wegen seiner Struktur Eiffelturm-Gestell
- Nicht stapelbar - bei Transport- und Lagerplanung einrechnen
- Teil der Sammlung des Museum of Modern Art, New York
Im Einsatz
Auf Messeständen sind die Varianten in Tischhöhe die Standardbestuhlung für Besprechungs- und Bistrotische: Sie bauen schmal, und die Sitzhöhe von 43 cm passt zu Tischen von 72 bis 75 cm. Ausführungen mit Armlehnen eignen sich für längere Gespräche an Besprechungsinseln, die niedrige Loungevariante für Warte- und Empfangszonen am Couchtisch.
Pflege
Die durchgefärbte Schale wird mit einem feuchten Tuch und mildem Reiniger abgewischt; keine Scheuer- oder Lösungsmittel. Holzgestelle nur nebelfeucht reinigen, verchromte Gestelle trocken nachwischen.
Quellen: vitra.com, vitra.com, smow.de, en.wikipedia.org